Snoopy

Die Lebensgeschichte eines Laborhundes

Ich heiße Snoopy und ich wurde im April 1987 geboren für Versuche in der Krebsforschung.

Als ich alt genug war, hat man mich mit Krebszellen infiziert und dann den Krebs mit Chemotherapie und Strahlen wieder vernichtet, Rückenmarksproben entnommen und vieles mehr. Leider konnte ich meiner Familie, in die ich am 28.01.1989 kam, von der schlimmen Zeit im Labor nicht erzählen. Sie haben nur an meinem Verhalten gemerkt, was mit mir los war, ich kannte doch noch nichts von dieser Welt. Aber ich lernte schnell und in einem halben Jahr habe ich eigentlich alles nachgeholt, was ich versäumt hatte.

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Drei Monate nach meinem Einzug bei meiner Familie holten meine Herrchen Lisa zu uns, die im gleichen Labor Versuche hatte wie ich. Da Lisa viel sensibler war als ich und ängstlicher, mußte ich ihr sehr helfen und bald fand auch sie sich in der neuen Welt recht gut zurecht. Lisa und ich wurden Freundinnen und ein Jahr später blieb dann noch Lucy bei uns, sie wurde unsere Mama. Das war auch ein Hund, den Menschen nicht mehr haben wollten, also wie wir ein armes Schwein.

Dann kamen 7,5 Jahre, die für uns drei wunderschön waren. Wir wurden eine ganz verschworene Mädchenbande. Aber wie es auch im Hundeleben eben ist, nichts bleibt dauerhaft schön und so wie es ist. Im Mai 1997 starb unsere alte Mama Lucy im Alter von 15 Jahren an Mundkrebs. Ein wenig traurig waren wir Beaglemädchen schon, sie paßte immer so gut auf uns auf, aber wir hatten uns ja noch. Als aber im Juli 1998 meine Freundin Lisa im Alter von 12 Jahren an Leberkrebs starb, war ich plötzlich ganz alleine. Ich wollte einfach nicht mehr fressen und überhaupt machte alles keinen Spaß mehr, ich war nur noch traurig.

Meine Herrchen halfen mir wieder, sie holten ganz schnell einen Beaglemann für mich aus dem Labor. Dieser Lümmel heißt Schröder und er ist halb so alt wie ich, nämlich 6 Jahre. Logisch, ich habe das Sagen und gut erzogen wurde er von mir auch. Es macht mir richtig Spaß ihm immer wieder zu zeigen, daß ich der Boss bin, er liebt mich eben und das nutze ich voll aus. Meine Menschen sagen, daß ich wieder jung geworden bin und Schröder Medizin für mich ist, sie müssen es ja wissen. Ich bin ganz zufrieden und nun kann ich mit meinem neuen Freund den Lebensabend genießen. Vielleicht bleibt mir noch ein wenig Zeit auf dieser Welt, die nach der Laborzeit doch so wunderschön ist.

Zu meinem bisherigen Leben gehörte oft die Fernsehkamera. Das hat Spaß gemacht, weil ich dadurch vielen meiner Leidensgenossen in den Labors helfen konnte. Viele Familien, die mich im Fernsehen sahen, haben sich bei meinen Menschen gemeldet und mittlerweile fanden so über 500 meiner Kumpels aus dem Labor ein neues Zuhause. Daran bin ich nicht ganz unschuldig bzw. diese Arbeit ist durch mich entstanden.

Ich hoffe, daß mein Lebenswerk weitergeht und noch viele Laborhunde ein richtiges Hundeleben kennenlernen, so wie ich seit 10 Jahren. Wir sind ganz lieb und anhänglich und unendlich dankbar.

Fortsetzung siehe Schröder & Herby

Diese Geschichte wurde von Frau Löhken zur Veröffentlichung geschrieben.

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