Die Geschichte von "Pavel" und "Spencer"

Vor genau elf Jahren erblickten zwei wunderschöne Beagle das Licht der Welt. Leider hatten sie die ersten sechs Jahre ihres Lebens keine schöne Zeit, denn sie verbrachten diese Zeit als Versuchstiere in einem Tierversuchslabor.

Sie wurden für Versuche in einem Pharmaunternehmen eingesetzt, bis sie dann mit ihrem sechsten Lebensjahr "nicht mehr zu gebrauchen" waren.

Gott sei Dank nahmen sich dann zunächst 2 Menschen ihrem Schicksal an. Herr und Frau Löhken durften die beiden aus dem Labor holen und gaben sie dann in die Obhut unserer Familie, da wir gern bereit waren, 2 Laborbeagle bei uns aufzunehmen.

Ab dieser Zeit begannen für Pavel und Spencer eine wunderschöne Zeit voller Ereignisse, Erfahrungen, Achtung, Freuden, Zuwendung und Liebe. Als die beiden bei uns ankamen, bekamen sie von uns die Namen "Pavel" und "Spencer".pavel+spencer1.jpg Gerade aus ihren Boxen gekrabbelt, standen sie zunächst in unserer Wohnung und dachten wahrscheinlich "was ist das denn für ein Labor"?!?

Beide kannten so viele Dinge des alltäglichen Lebens noch nicht, die andere Hunde, die von klein auf in Familien leben, kennen. Sie kannten es weder, an der Leine zu gehen, noch die Schönheit einer grünen Wiese oder eines Waldes. Sie konnten keine Treppe gehen und wußten nicht, wie schön es sein kann, in einem Auto mitzufahren.

Sie waren nicht stubenrein und fürchteten sich, wenn es nachts dunkel in der Wohnung war und sie da schlafen sollten. Die ersten zwei Monate ließen wir in unser Schlafzimmer, wo die Beiden auf einer Couch schlafen konnten, ein gedimmtes Licht brennen, das wir nach und nach immer dunkler stellten, damit sie sich langsam von dem Nachtlicht im Labor entwöhnen konnten.

Pavel und Spencer waren bereit, noch viel zu lernen und zu uns Vertrauen zu haben. Es war ein Zusammenleben zwischen den beiden und uns entstanden, dass von gegenseitigem Vertrauen, gegenseitiger Achtung und Zuwendung geprägt war. Nur diese Art des Zzusammenlebens ermöglichte es ihnen auch noch in ihrem Alter zu lernen, an der Leine zu gehen, Schritt für Schritt Treppen zu laufen und zu lernen, dass man in der Wohnung nicht das Beinchen hebt. Sie verstanden nach einiger Zeit jede Gefühlslage von uns. Sie konnten sich mit uns freuen aber auch mit uns traurig sein.

Wir verbrachten fünf wunderschöne Jahre miteinander, bis wir uns im Januar diesen Jahres von Spencer trennen mussten. Er erlitt einen Schlaganfall und konnte dadurch nicht mehr laufen und auch kein Pppi mehr machen. Er weinte, wenn er sah, wie wir mit Pavel rausgehen konnten und er mit einem von uns zu Hause bleiben musste. Dieses Leid wollten wir ihm ersparen und ließen ihn einen Tag nach dem Schlaganfall schweren Herzens und mit viel Tränen einschläfern.

Nun hatten wir nur noch Pavel, von dem wir auch wußten, dass er an einer schweren Herz- insuffiziens leidet und Krebs im fortgeschrittenen Stadium hatte.

Die Herzinsuffiziens wurde von unserem sehr einfühlsamen Tierarzt medikamentös behandelt und es durfte nicht einen Tag eine Tablette vergessen werden. Der Krebs war leider nicht mehr aufzuhalten oder zu operieren, aber er bereitete Pavel zunächst keine Schmerzen. Pavel lebte sein Leben bei uns in gewohnter Behaglichkeit weiter, bis der Krebs dann langsam sein scheußliches Gesicht zeigte. Der Analdrüsentumor wurde immer größer und begann Schmerzen zu bereiten. Am 1. August diesen Jahres wurden wir dann wieder vor die Tatsache gestellt, dass nun auch Pavel an die Grenzen seiner Kraft gestoßen war. Auch für ihn wollten wir keinen Tag länger zulassen, dass er leiden muß. Es tat furchtbar weh, aber auch ihn mußten wir durch einschläfern vor weiteren Schmerzen bewahren.

Zunächst müssen wir erst einmal die schmerzhafte Trennung von unseren beiden geliebten Schützlingen verarbeiten. Wir haben im Moment keinen Hund.

Allen, die diese Geschichte von Pavel und Spencer lesen, möchte ich sagen:

"Sollten Sie sich einmal dazu entschließen, einem Hund in Ihrer Familie  ein Zuhause geben zu wollen, fassen sie sich ein Herz und erlösen Sie einen Hund aus einem Versuchslabor. Laborhunde haben ein so großes Herz, in dem so viel Platz ist für liebe Herrchen und Frauchen... Sie sind bereit soviel zu geben und haben eine Chance auf noch ein schönes Leben mehr als verdient !!! "

Wenn bei uns wieder die Überlegung bezüglich eines Familienhundes ansteht, wird es auf jeden Fall wieder ein Laborbeagle sein !

Wir werden wieder bereit sein, ein "Tier in Not" bei uns aufzunehmen !!!

Wenn Sie Fragen an mich haben, können Sie die selbstverständlich gerne unter:

AndreaStoffel@aol.com

an mich stellen. Ich stehe gerne zur Verfügung, wenn ich dazu beitragen kann, dass ein weiterer Laborhund ein schönes Zuhause findet !

Auf diesem Wege möchte ich mich nochmals bei Herrn und Frau Löhken von "Tiere in Not " in Ennepetal dafür bedanken, dass Sie Pavel und Spencer von ihrem Labordasein erlöst haben. Danke auch für das in uns gesetzte Vertrauen und die an uns gegebene Möglichkeit, 5 schöne Jahre mit zwei wunderschönen und liebevollen Beaglen verbringen zu dürfen.

Unser weiterer Dank gebührt unserem äußerst einfühlsamen und liebevollem Tierarzt, der unsere Hunde und auch uns in all den Jahren immer mit Rat und Tat und viel Verständnis begleitet hat.

Danke vor allem an Pavel und Spencer für die wunderschöne gemeinsame Zeit.

An Pavel und Spencer:

Das Labor war euer Leid

kurze Zeit wart ihr getrennt

jetzt seid ihr wieder zu zweit

ihr seid jetzt im Hundehimmel

im himmlischen Raum -

und könnt jetzt als Sterne zu uns herunterschaun

ihr wart bereit uns soviel zu geben

im Himmel könnt ihr ruhn

in unseren Herzen werdet ihr leben

Norbert, Andrea, Kevin und Mirco

zurück zu den Geschichten
home