MAX

Max1.jpg (38775 Byte)Hallo an alle, die meine Geschichte lesen und ein großes Dankeschön an die Interessengemeinschaft "Tiere in Not" Ennepetal, die mein Rentnerdasein ermöglicht hat. Mein Name ist Max, na ja, eigentlich heiße ich Ringo, aber in den sieben Jahren, in denen ich in einem Labor gelebt habe, hat mich eh keiner so genannt. Doch nun zu meinem neuen Leben und somit zum wichtigsten: Ich habe endlich eine Familie und sie hat mich, Max genannt. Am Samstag den 21.Juli 2001 begann für mich und einige meiner Freunde ein aufregender Tag; wir bekamen ein neues Zuhause. Ich wurde von Herrn Schmidt und seiner Tochter nach Brühl gefahren, wo mich meine neuen Leute schon aufgeregt erwarteten. Was soll ich sagen, bei Ihnen war es Liebe auf den ersten Blick. Viele Menschenaugen sahen mich an und Ihre Stimmen versuchten mich zu beruhigen. Wer will es mir verdenken, dass ich eher ein wenig misstrauisch war. Damit ich nicht zu viel Stress ausgesetzt war, ging meine Reise gleich weiter, denn meine neue Familie kommt aus dem Emsland und wir hatten noch 4 Stunden Fahrt vor uns. Ich bekam extra einen Bodyguard an die Seite, der mit einer Rolle Küchenkrepp Bewaffnet war, falls mir mein Frühstück wieder hochkam. Zwei Mal machten wir eine Pause und ich ging für kleine Jungs, was ich aber lieber wie ein Mädchen erledigte; ich war sehr, sehr ängstlich. Immer flacher wurde das Land, je weiter wir fuhren. Frauchen sagte: "Hier kannst du Schon morgens sehen wer abends zu Besuch kommt." Eine große, blaue Halle tauchte plötzlich auf, die "Meyer Werft", in der ein weißer Ozeanriese zu sehen war. Wir waren jetzt in meiner neuen Stadt, in Papenburg. In meiner neuen Wohnung stand schon ein großes Körbchen für mich bereit und den Rest der Familie, eine Oma und einen 10-jährigen Kater lernte ich auch kennen. Zur Begrüßung hob ich erst malMax6.jpg (5154 Byte) mein Bein, pinkelte an den Treppenpfosten, den Türrahmen und als noch den Garderobenschrank traf, sah Frauchen nicht gerade glücklich aus. Sie schimpfte aber nicht, es gibt ja "Zewa dick und durstig". Meine Schlafplatz suchte ich mir direkt vor der Haustür aus, da hatte ich einen schönen Fensterplatz und schließlich machte es meinen Leuten nicht viel aus, die Hintertür zu benutzen, um die Post oder die Zeitung aus dem Briefkasten zu holen. Das Körbchen benutzte ich auch nicht, ich kannte ja nur Fliesen. Damit ich nicht kalt wurde Bekam ich eine Decke. Am schönsten ist das "Gassi gehen", denn um 5:30 Uhr am Morgen geht Herrchen mit mir los. Wenn er mich nach einer halben Stunde zurückträgt, hat Frauchen mein Frühstück fertig und danach ist Herrchen Junior noch Max4.jpg (39463 Byte)einmal dran mit "Spazieren tragen". Viel Platz habe ich hinten Auf dem Hof, darf aber erst nur mit Leine raus, denn obwohl eine hohe Hecke das Grundstück Einzäunt, würde mich das nicht von einem Ausflug abhalten. Herrchen bekommt also Arbeit und muss einen Zaun ziehen. Über meinem Körbchen hängt ein Großes Bild von meinem Vorgänger, ein großer Kerl, mit vielen Falten und einer platten Schnauze, ein Boxer. Er hat 9 Jahre seinen Platz hier gehabt, bis er sehr krank wurde, er hatte Krebs. Meine Familie war so froh, dass es ihm nach einer schweren Operation besser ging, aber 6 Wochen später hatte der Krebs gesiegt. Ein letztes Mal fuhren sie mit ihrem besten Freund zum Tierarzt; sie wussten was kam. Sie streichelten ihn bis sein Herz aufhörte zu schlagen, er hatte es verdient. Er hat jetzt einen Platz im Blumenbeet, da, wo oft die Sonne scheint. Denn faul in der Sonne liegen, das hatte er über alles geliebt. Unter dem Bild ihres toten Freundes steht ein Spruch:

Oh`n falschen Schein, wahrhaftig und treu Erkennst du jeden Tag das Edle? Das Dir ein Hund das Herz erfreut," Der Freund nie Dir fehle

Doch meine Leuten fehlte der Freund sehr und weil sie schon seit Jahren "Tiere suchen ein Zuhause" sehen, stand für sie fest, der nächste Hund sollte aus einem Tierheim sein. Übers InternetMax5.jpg (5998 Byte) kamen sie auf die Seite www.versuchstiere.de. Und lasen alle Geschichten und Informationen. Zufällig im Rheinland zu Besuch telefonierten sie mit Familie Schmidt aus Bornheim. Als Herr Schmidt ihnen mitteilte, dass sie mich schon 5 – Tage später abholen können, waren sie glücklich. Sie haben einen neuen Freund und ich endlich eine Familie. Zwei Monate später: "Es ist nicht immer leicht" Nach einer Woche schlafe ich im Körbchen, am liebsten bei meinen Leuten im Wohnzimmer. Der Garten hat einen Zaun und viele gebuddelte Löcher zum Schlafen. Nach sieben Wochen trinke ich endlich Wasser aus dem Napf, vorher aus dem Gartenteich. Ich liebe meine Familie und fange an ihnen zu vertrauen, vor allem vom Streicheln kriege ich nie genug. Tragen braucht man mich jetzt nicht mehr, aber Fremden gegenüber reagiere ich noch ängstlich. Nur mit "Frolic" lasse ich mich manchmal überreden etwas mutiger zu sein. Ich hoffe das mir noch einige Jahre bleiben, um mein neues Leben zu genießen. Das wünscht sich auch meine Familie, sie haben den Schritt einen Laborbeagle aufzunehmen nicht bereut, sie würden mich nie wieder hergeben.

Euer Max

PS. : Für Rückfragen
Bernhard und Brigitte Bröring 
Dechant-Schulte-Str.64 
26871 Papenburg
Tel.:04961/73939
Fax:04961/9439323
D1 :0171/3812534
Email:bax-broering@t-online.de

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