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Emily - Eine waschechte Amerikanerin Emily und ihr Rudel Am 13.Februar 1999 zog bei uns ein neues Familienmitglied ein. Es handelte sich dabei um eine 1,5 Jahre alte Beaglehündin, die in Amerika für Hoechst gezüchtet und dann im Labor nicht mehr gebraucht wurde. Wir tauften die zierliche Hundedame, die vorher ohne Namen war, auf den Namen Emily, auf den sie nach ca. 1 Woche auch schon anfing zu hören. Erfahren haben wir von ihr, als wir begannen Informationen über Beagle zu sammeln. Das Internet hat uns dann auch prompt auf diese Seite befördert und wir lasen mit großem Interesse von den Laborbeagle. Nach der ersten Kontaktaufnahme nahm die Geschichte dann ihren Lauf.
Als Emily zu uns kam, war sie läufig. Die neue Umgebung und die Läufigkeit führten damals dazu, daß sie über eine Woche nichts fressen wollte. Selbst Leckereien lehnte sie ab!!! Wir waren besorgt, da wir aus Buchrecherchen über den Beagle wußten, daß diese Rasse sehr verfressen ist und man am besten alles Eßbare aus der Reichweite des Hundes entfernt, wenn man selber noch Interesse an den Lebensmitteln hat. Wie sich herausstellte haben die Buchautoren auch durchaus recht: Seit die Hitze und die anfängliche Unsicherheit vorbei ist, frißt Emily alles was sich nicht mehr wehrt und das mit einem Riesenappetit. Ein weiteres Problem zu Beginn unserer Freundschaft war, daß Emily nicht so gerne spazieren gehen wollte. Was u.a. daran lag, daß ihr Winterfell nicht ausgebildet war und sie draußen einfach fror. Darauf konnten wir allerdings nur bedingt Rücksicht nehmen, da das mit dem Spazierengehen ja nun mal sein muß. Zu Beginn behandelten wir sie diesbezüglich wie einen Welpen und haben sie alle 2 Stunden für kurze Märsche raus gelockt, damit sie lernt wo sie ihre Geschäfte zu verrichten hat. Das hat sie auch alles sehr schnell begriffen und es kam nur zu wenigen Mißgeschicken. Die große weite Welt wollte ihr damals aber einfach nicht so richtig gefallen. In den ersten Frühlingswochen hat sich dann eine deutliche Besserung ergeben. Mit dem milden Wetter stieg auch Emilies Lust auf die Natur. Sie geht heute freudig raus und ist an allem interessiert. Sie ist soviel am schnuppern, daß sie manchmal die Welt um sich herum vergißt. So kann es vorkommen, daß sie vor Geräuschen erschrickt, die eigentlich nicht bedrohlich sind. Manchmal träumt sie eben ein wenig. Auf den gemeinsamen Spaziergängen näherte und nähert sie sich anderen Hunden immer sehr freundlich. Überhaupt ist Emily diesbezüglich so wie ein Beagle sein soll: Freundlich zu allem was zwei oder vier Beine hat. So versteht sie sich auch sehr gut mit den Kleintieren, die noch in unserem Haushalt wohnen. Das Problem ist nur der Futterneid. Sie frißt nämlich mit großer Vorliebe den Nagern das Knabberfutter weg und ist total irritiert, wenn wir sie dabei stören. Aktueller Stand
Emilys Lieblingsplatz Unser Hund fährt auch gerne Auto. Zu Beginn war sie dem Fahrzeug gegenüber etwas ängstlich. Das hat sich aber komplett gelegt und heute freut sie sich sogar aufs Autofahren. Auch mit dem Gehorsam hat sie große Fortschritte gemacht. In der Wohnung klappen die Kommandos Sitz, Platz, Komm und Bleib ganz gut. Draußen müssen wir allerdings noch etwas üben. Was sie sehr gerne macht ist Suchen. Wir ziehen eine Spur durch die Wohnung oder den Garten und legen an das Ende ein Leckerlie. Sobald wir das Kommando Such geben wird sie ganz aufgeregt und beginnt wie wild die Luft einzusaugen. Unser Staubsauger ist nichts dagegen. Es ist auch positiv zu vermerken, daß unser Hund in der Wohnung noch nichts kaputt gemacht hat. Sie hat zwar immer wieder Unfug im Kopf aber über Strümpfeklauen geht das Ganze nicht hinaus. Resümee Über Emily könnte man so viel schreiben, da jeden Tag etwas Schönes passiert. Es macht sehr viel Spaß zu sehen, wie sie sich nach nur drei Monaten so richtig am Leben erfreut. Sie tollt durch den Garten und ist eine muntere Hündin, der man ihre Vergangenheit nur noch ganz selten anmerkt. Wenn man diese Entwicklung verfolgt, wird man für manch unangenehme Situation entschädigt, die man in der Vergangenheit mit dem Tier hatte. Obwohl Emily es durch ihre vorwitzige Art in der Welt relativ leicht hatte, dürfen wir aber nicht vergessen zu erwähnen, daß auch sie uns oft Kopfschmerzen bereitet hat. Trotz unserer Hundeerfahrung, wußten wir manchmal ihre Reaktionen nicht zu deuten. In solchen Fällen ging eine Hilfe-Email an den Verein Tiere in Not und die Tips, die zurückkamen, hatten uns immer wieder weiter geholfen. Wenn man die Entscheidung trifft, daß das neue Familienmitglied ein Laborbeagle sein soll, muß man sich darüber im klaren sein, daß es durchaus seine Zeit dauert, bis der Hund die neue Welt akzeptiert. Diese Entwicklung hat bei Emily ungefähr zwei Monate gedauert. Diese sehr kurze Eingewöhnungszeit liegt aber auch darin begründet, daß sie mit ihren 1,5 Jahren noch leicht zu beeinflussen war. Die Möglichkeit, daß die Eingewöhnungszeit länger dauert ist allerdings genauso gegeben. Ganz wichtig ist, daß die neue Familie (und damit ist jedes Familienmitglied gemeint) Verständnis für die Situation des Hundes hat. Mitleid alleine reicht nicht aus, wenn man sich diesem Abenteuer stellen will. Markus Stein und Simone Stöhr, im Juni 1999 |