Daisy

Familie Kaiser berichtet über die Vorfreude und die anfänglichen Schwierigkeiten

Wir sind eine 3-köpfige Familie. Unsere Tochter Stephanie ist jetzt 11 Jahre alt und wünschte sich schon länger einen Hund. Wir vertrösteten sie immer mit den Worten: "Wenn du etwas älter bist."

Im September 1996 sahen wir durch Zufall die Sendung "Tiere suchen ein Zuhause" im WDR über die Laborbeagles. Wir waren so erschüttert über das Schicksal der Beagles, aber auch gleichzeitig so entzückt über die kleinen Geschöpfe, daß mein Mann und ich uns spontan für einen solchen Beagle entschieden. Unserer Tochter sagten wir noch nichts davon. Es sollte eine Überraschung sein und wir wollten uns erst einmal informieren.

Also riefen wir bei Familie  Löhken "Tiere in Not" in Ennepetal an. Herr Löhken klärte uns ausführlich über die Besonderheiten der Laborbeagles auf, aber wir blieben trotz der evtl. Schwierigkeiten bei unserem Entschluß. Er sagte uns auch, es würde ca. 6 Monate dauern, bis wir "unseren Hund" bekämen. Mitte Februar 1997 erhielten wir von Hr. Löhken die frohe Botschaft, daß er am 22.02.97 unsere "Daisy" bringen würde. Wir freuten uns sehr darüber und mein Mann sagte zu unserer Tochter: "Jetzt halt dich mal gut fest, wir bekommen am nächsten Samstag einen Hund." Sie machte große Augen und vor lauter Freude einen Luftsprung. Ungeduldig, wie wir alle, wartete sie auf den Samstag. Die Zeit wollte einfach nicht vergehen. Endlich war der 22. Februar gekommen. So gegen 11.00 Uhr fuhr Fam. Löhken und Fr. Kues vor unserem Haus an. Die Aufregung war sehr groß. Im Kombi standen 3 große Transportboxen, in denen 4 Beagles verteilt waren. Es waren 3 Hündinnen und 1 Rüde.Wir hatten uns schon vorher für eine Hündin entschieden, aber das Aussuchen fiel uns sehr schwer. Am liebsten hätten wir alle genommen, aber dafür ist unser Garten zu klein. Herr Löhken und mein Mann brachten eine der Transportboxen mit 2 Beagles in unser Haus und öffnete die Boxentür. Neugierig und vorsichtig kam unsere Daisy heraus. Die Entscheidung war gefallen. Daisy hatte sich ihr "Neues Zuhause" selbst ausgesucht.

Sie ist ein sehr schönes, dreifarbiges Mädchen von vier Jahren. Es wurden noch die nötigen Formalitäten erledigt und Fam. Löhken verabschiedete sich. Sie mußten ja noch die anderen drei Hunde zu ihren neuen Herrchen bringen. Unsere Tochter war seelig. Wir hatten einen Hund. Daisy suchte sich verängstigt eine Ecke in unserem Eßzimmer aus, wo wir ihr eine Decke hinlegten. Wir streichelten und beschäftigten uns intensiv das Wochenende mit ihr, was Daisy gut gefiel. Ich arbeitete noch stundenweise und hatte mir Urlaub für eine Woche genommen, damit Daisy nicht so alleine war und sich an uns gewöhnte. Wir gingen anfangs alle zwei Stunden mit ihr "Gassi". Das wurde allerdings zum Problem. Sie konnte keine Treppen laufen, also trugen wir sie jedesmal die Stufen herunter bzw. hinauf. Sie wurde in einem sterilen Labor groß, deshalb kannte sie weder Lärm, Gras, Halsband noch Leine usw. Daisy    hatte vor allem Angst und wollte zu Anfang gar nicht richtig laufen. Wir waren schon froh, als wir ein paar Meter mit ihr bewältigen konnten. Es war wirklich schwer mit ihr. Aber wir gaben nicht auf und machten kleinere Fortschritte. Sie gewann langsam immer mehr Vertrauen zu uns. Das ermutigte uns dann wieder und ließ uns die vielen Rückschläge, die sie auch hatte, vergessen. Wenn wir wirklich mal nicht mehr weiterkamen, riefen wir verzweifelt bei Fr. Kues an und fragten um Rat. Sie kam öfters mal mit ihren beiden Beagles vorbei und gab uns so manchen hilfreichen Tip, den wir, als Hundeunerfahrene, gerne und dankbar annahmen.

Daisy ist sehr lernbereit und wir brachten ihr mit viel Geduld, Ausdauer, Konsequenz und Liebe die nötige Erziehung bei. Unser Tochter geht gut und verantwortungsvoll mit Daisy um. Stephanie liebt Daisy über alles und es macht richtig Spaß, den beiden zuzuschauen, wie sie miteinander herumtoben. Nach fast zwei Jahren haben wir es geschafft. Daisy ist heute so, wie wir sie uns am Anfang gewünscht hatten. Wir sind sehr froh und stolz darüber. Unsere stundenlangen Spaziergänge in der Natur mit Daisy machen uns allen viel Spaß und Freude.

Das hätten wir uns anfangs nicht vorstellen können, daß aus ihr ein "normaler Hund" werden würde. Unseren Entschluß, Daisy bei uns aufzunehmen haben wir nicht bereut. Die Mühe mit ihr hat sich gelohnt. Sie gibt uns viel zurück auf ihre dankbare, lustige und freundliche Art. Es war eine richtige Entscheidung. Alle Familienmitglieder haben dazu beigetragen. Daisy fühlt sich bei uns sehr wohl und wir geben sie nicht mehr her. Etwas ängstlich ist sie immer noch, das wird sie vielleicht nie verlieren. Oder doch? Warten wir es mal ab.

Stephanie und Daisy Weihnachten 97

Familie Kaiser November 98   

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