| Alles ist ganz anders
ARTUS Am 08.05.1999 ging es los. Nachdem ich in eine Transportkiste getragen wurde und vor Angst gar nicht zu atmen wagte, mußte ich und noch einige meiner Zwingermitbewohner stundenlang ein seltsames Geräusch ertragen. Dann hörte das Gebrumme plötzlich auf, eine Tür klappte und Menschen sahen mich an. Ich wurde weggetragen und die Klappe meines Käfigs ging auf. Natürlich krabbelte ich gleich raus aus dem Kasten und stand einem großen Hund und mehreren Menschen gegenüber. Zum Glück hat der andere Hund, zu dem sie Betty sagen, gleich gemerkt, daß ich ein ganz lieber Kerl bin und hat sich hingelegt. Da habe ich mich erst mal danebengesetzt und Herr Nijnhart hat ein Foto von uns gemacht. Alle waren nett zu mir und haben mich gekrault und auf mich eingeredet. Artus haben sie immer gesagt und komm! Ob die mich wohl gemeint haben? Nachdem ich mich erst einmal umgesehen hatte, entdeckte ich einen guten Schlaftplatz im Flur auf dem Läufer, habe mich dort niedergelassen und mich erholt. Irgendwann ist mir dann die Idee gekommen, mein neues Reich zu markieren. Schließlich mußte ich ja allen zeigen, daß ich jetzt hier wohnen will. Also hielt ich erst mal mein Bein an die Türzarge zum Wohnzimmer, Frauchen rief Pfui Artus, nein, machte mich an Leinen fest und trug mich in den Garten. Was ich da wohl sollte! Dieses Spiel wiederholten wir noch mehrmals an diesem Abend, bis ich schließlich mein Bein an einem Baum hob. Dafür wurde ich tüchtig gestreichelt und gelobt. Meine Nachtruhe hatte ich mir nach alledem redlich verdient. Betty legte sich auf ihr Lager und das habe ich dann nachgemacht und die ganze Nacht ohne einen Mucks zu tun geschlafen. 2. Tag - Als Herrchen und Frauchen aus dem Schlafzimmer kamen, lief Betty gleich freudig zu ihnen und begrüßte sie, ich natürlich hinterher. Wieder wurde ich angeleint und in den Garten getragen, denn die Treppe war mir nicht geheuer und ich konnte sie noch nicht begehen. Igitt was das Gras naß. Vögel sangen und von weitem fuhr ein Zug. Ich stand zitternd und starr da und brauchte erst einmal ein paar Minuten um mir Mut zu machen. Dann habe ich brav mein Geschäft im Garten erledigt und Frauchen war ganz stolz, zumal in der Nacht alles ganz sauber geblieben war. Wieder in der Küche haben mich alle Geräusche furchtbar erschreckt - Zack, ein Stuhl wurde gerückt, ich erstmal in Deckung. Eine Tür klappte, ich wieder in Sicherheit. Nach kurzer Zeit bin ich aber doch wieder in die Küche gerannt, um mich zu vergewissern, daß ich nicht gemeint war. Jedesmal wurde ich beruhigt und gestreichelt und nach mehrerem Abhauen habe ich endlich begriffen, daß die Geräusche in der Küche mir nichts tun. Aber manchmal halte ich doch lieber Abstand, sicher ist sicher! |